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18. Sep. 2023

Fünf einfach umsetzbare Maßnahmen für einen nachhaltigeren Fanshop

Nachhaltigkeit spielt im Merchandising für Sportorganisationen eine zunehmend wichtigere Rolle. SPOBIS nennt fünf Beispiele zum Nachmachen, für einen klimafreundlicheren Fan-Artikel-Verkauf.

Laut einer Studie von SLC Management sind mehr als die Hälfte der Fans der Fußball-Bundesliga dazu bereit, mehr für Merchandise-Artikel zu bezahlen, die nachhaltig produziert wurden. Dieses repräsentative Ergebnis zeigt einmal mehr, dass es sich für Sportrechtehalter lohnt, auf nachhaltiges Merchandising zu setzen. Dabei geht es allerdings um mehr als nur die Herstellung der Produkte. Im Folgenden stellen wir anhand von Beispielen fünf Maßnahmen vor, wie Sportorganisationen mit vergleichsweise wenig finanziellem und personellem Aufwand dem Ziel eines nachhaltigen Fan-Artikel-Verkaufs näherkommen.

1. Verpackung

  • Die Rhein-Neckar Löwen haben im September 2021 Plastikfolientaschen aus ihrem Versandprozess gestrichen. Durch den Tausch gegen eine nachhaltige Alternative aus Pappe spart der Handball-Bundesligist rund 5000 Plastikfolientaschen pro Jahr. Darüber hinaus setzen die „Löwen“ bei den Kartonagen auf eine effiziente Falz-Technik, die es dem HBL-Club ermöglicht, die Pakete je nach Verpackungsinhalt kleiner oder größer zu falten. 

  • Der VfB Stuttgart verwendet in seinen Stores ausschließlich Papiertüten. Dabei setzt der Fußball-Bundesligist mit seinem Partner Apomore auf eine vollständig CO2-neutrale Produktion. Das verwendete Spezialpapier wird aus 100 Prozent Altpapier hergestellt. Die Bedruckung erfolgt mit umweltfreundlicher Farbe auf Wasserbasis, weshalb die Einkaufstasche nach mehrfacher Nutzunga als Bio-Müll entsorgt werden kann. 

Vollständig CO2-neutral: Die „Tütle“ vom VfB Stuttgart und seinem Partner Apomore. (Foto: VfB Stuttgart)

Vollständig CO2-neutral: Die „Tütle“ vom VfB Stuttgart und seinem Partner Apomore. (Foto: VfB Stuttgart)

2. Kompensationsmöglichkeiten

  • Der VfL Wolfsburg weist in seinem Online-Fanshop für jeden seiner Merchandise-Artikel die bei Materialbeschaffung, Produktion, Transport und Versand entstandenen CO2-Emissionen aus. Mit einem Klick im Bestellprozess haben die Fans des Fußball-Bundesligisten darüber hinaus die Möglichkeit, ihren mit dem Kauf verursachten CO2-Fußbabdruck auszugleichen. Der VfL-Onlineshop ist dafür direkt mit der Software von Yook verbunden. Das Hamburger Start-up hat einen selbstlernenden Algorithmus entwickelt, der Produkt-, Markt- und CO2-Daten intelligent miteinander verknüpft und den CO2-Fußabdruck einer Bestellung basierend auf wissenschaftlichen Prinzipien automatisch ermittelt und visualisiert. 

Direkte Kompensation: Im VfL-Fanshop kann für jedes Produkt, der bei der Bestellung entstandene CO2-Fußabdruck ausgeglichen. (Foto: VfL Wolfsburg)

Direkte Kompensation: Im VfL-Fanshop kann für jedes Produkt, der bei der Bestellung entstandene CO2-Fußabdruck ausgeglichen. (Foto: VfL Wolfsburg)

3. Upcycling 

  • Taschen, Schlüsselbänder, Turnbeutel und Kissen: Das sind nur einige Beispiele dafür, was aus nicht mehr benötigten Trikots entstehen kann. Im Handball gibt es mit der MT Melsungen und den Rhein-Neckar Löwen bereits zwei Bundesligisten, die upgecycelte Produkte in ihrem Fanshop haben. Im Sinne einer nachhaltigeren Produktion, der Ressourcenschonung und der Vermeidung von Müll bieten die beiden HBL-Clubs ihren Anhängern so nicht nur klimafreundliche Fan-Artikel, sondern erweitern ihr Angebot auch durch Unikate.

Aus alt mach neu: Die Rhein-Neckar Löwen bieten ihren Fans ein Reihe von Produkten an, die aus Textil-Restbeständen vergangener Spielzeiten gefertigt wurden. (Foto: Rhein-Neckar Löwen)

Aus alt mach neu: Die Rhein-Neckar Löwen bieten ihren Fans ein Reihe von Produkten an, die aus Textil-Restbeständen vergangener Spielzeiten gefertigt wurden. (Foto: Rhein-Neckar Löwen)

Upcycling bei der MT Melsungen: Das Angebot des Handball-Bundesligist und des Modelabels Soki reicht von Boxershorts über Schlüsselbänder bis zu Baby-Schnullerketten. (Foto: MT Melsungen)

Upcycling bei der MT Melsungen: Das Angebot des Handball-Bundesligist und des Modelabels Soki reicht von Boxershorts über Schlüsselbänder bis zu Baby-Schnullerketten. (Foto: MT Melsungen)

4. Nachhaltigkeitslabels

  • Im Textilbereich gibt es zahlreiche Nachhaltigkeitssiegel. Die aktuell verfügbaren Standards unterscheiden sich dabei stark darin, welche Teile der Lieferkette sie abdecken, welche Kriterien sie anlegen und wie sie deren Einhaltung überprüfen. Es gibt Nachhaltigkeitslabels, die ihren Fokus auf Ökologie legen, während andere stärker Menschen- und Arbeitsrechte in den Blick nehmen. Wer den höchsten Ansprüchen gerecht werden will, muss deshalb derzeit mit Kombinationen aus verschiedenen Nachhaltgkeitssiegeln arbeiten. Eine weitere Möglichkeit, dem Ziel eines nachhaltigen Fanshops näher zu kommen, ist, ein eigenes Label zu entwickeln, das sich nach fairen und umweltfreundlichen Produktionsstandards richtet. Der 1. FC Union Berlin versieht seine umweltfreundlichen Fanartikel beispielsweise seit mehreren Jahren mit dem Dufte-Siegel. Dieses Label vergibt der Fußball-Bundesligist all seinen Fanartikeln, die aus Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt oder aus recycelten Materialien wiedergewonnen werden.

„Die umwelt­freund­lichen Fan­artikel­angebote“: Der Fanshop des 1. FC Union Berlin besteht inzwischen zu über 80 Prozent aus Textilien, die aus nachhaltig produzierten Materialien hergestellt wurden. (Foto: 1. FC Union Berlin)

„Die umwelt­freund­lichen Fan­artikel­angebote“: Der Fanshop des 1. FC Union Berlin besteht inzwischen zu über 80 Prozent aus Textilien, die aus nachhaltig produzierten Materialien hergestellt wurden. (Foto: 1. FC Union Berlin)

5. Transparenz/ Sichtbarkeit

  • Der Profisport kann im Bereich der Nachhaltigkeit eine Vorbildrolle einnehmen. Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass die Sportrechtehalter ihre Maßnahmen transparent machen. Das gilt einmal mehr für das Merchandising. Eine Auswertung von SPOBIS zeigt, dass selbst in der Fußball-Bundesliga lediglich 10 der 18 Clubs eine Nachhaltigkeitskategorie ausweisen. Ein positives Beispiel für eine große Transparenz über die im Fanshop aufgeführten Artikel ist der Hamburger SV. Der Traditionsclub arbeitet dafür unter anderem mit dem rückverfolgbaren Produktlabel Made in Green zusammen. Darüber hinaus nutzt der HSV das Tracycle-Tool, das eine vollständige Transparenz entlang der gesamten Lieferkette eines Produktes schafft.

Foto: picture alliance / AA | Elif Ozturk

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