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06. Dez. 2023

Grundlagen für erfolgreiche Fördermittelanträge im Sport

Die Beschaffung von Fördermitteln im Sport kann für (kleinere) Sportorganisationen schnell zur Mammutaufgabe werden. SPOBIS zeigt, mit welcher Herangehensweise die Chance auf einen Zuschuss steigt.

Sportorganisationen aus dem Breiten- und Vereinssport mit Bedarf nach finanzieller Unterstützung beim Sportstättenbau, bei der Beschaffung von Sportgeräten oder bei der Beschäftigung von Trainerinnen und Trainern, können – unter bestimmten Voraussetzungen – Zuschüsse beantragen. Die Höhe des Zuschusses hängt dabei von der Art der Maßnahme sowie den adressierten Institutionen ab.

Bund, Länder und Kommunen bieten vielfältige Möglichkeiten, um die benötigten Gelder zu beantragen. Sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor lassen sich eine Reihe von zahlungskräftigen Fördermittelgebern ausfindig machen. Unterschieden wird dabei oft zwischen direkter und indirekter Sportförderung. Rund zehn Prozent aller Stiftungen in Deutschland haben Sport und somit die direkte Sportförderung als Förderzweck in ihrer Satzung angegeben. Das verdeutlicht, wie hoch die Chance auf die Bewilligung eines Fördermittelantrags eingeschätzt werden kann. Der folgende Guide bietet eine allgemeine Checkliste für die Erstellung eines solchen Antrags.


1. Verschriftliche deine Projektidee: Entwickle ein grundlegendes Konzept, das deine Intention, Zielgruppen, Aktivitäten und den erwarteten Nutzen des geplanten Projekts für die Gemeinschaft unmissverständlich darlegt.

Neue Fördermöglichkeiten können grundsätzlich nur in Anspruch genommen werden, wenn das Angebot des Vereins über die sportliche Ertüchtigung hinausgeht. Besonders soziale Projekte und Inklusionsmaßnahmen steigern die Chance auf einen erfolgreichen Antrag. Auch Begegnungsprojekte und die Gewährleistung von außerordentlichen Bewegungsangeboten wie „Mitternachtssport“ erwecken in vielen Fällen ein großes Interesse von förderwilligen Institutionen.

Abgesehen davon, können infrastrukturelle Ausgaben subventioniert werden, wenn diese auf den Betrieb einer nachhaltigen Sportstätte einzahlen. Ein Beispiel dafür ist die Umrüstung auf moderne LED-Flutlichter. Durch die Zusammenführung sämtlicher Fördermöglichkeiten können hier Einsparungen von bis zu 85 % der Kosten erzielt werden. Für die Förderung nachhaltiger Projekte wurde von den Bundesministerien unter anderem der Projektträger „ZUG“ (Zukunft – Umwelt – Gesellschaft) ins Leben gerufen. Dieser entwickelt und betreut im Auftrag der Ministerien eine Vielzahl von Förderprogrammen und strategischen Projekten.  


2. Definiere klare Ziele: Stelle sicher, dass deine Projektziele klar, prägnant und messbar sind. Die Fördermittelgeber möchten wissen, was mit ihrem Geld erreicht wird. Dazu gehört auch die Erstellung eines Finanzplans, der eine transparente Budgetierung beinhaltet.


3. Kenne die verschiedenen Förderquellen: Informiere dich über die Formen öffentlicher Fördermittelgeber sowie private Stiftungen und Sponsoren. Je mehr du über die verfügbaren Optionen weißt, desto eher kannst du die geeignete Antragsform wählen. Der Antrag variiert je nach Förderquelle und sollte daher nicht ausformuliert werden, bevor diese Quelle final festgelegt wurde.

Beispiele für öffentliche Fördermittelgeber sind Ladessportbünde und Landessportverbände. Die zugehörigen Förderprogramme unterscheiden sich je nach Bundesland, während private Stiftungen und Fundraising-Plattformen auch über die Grenzen der Bundesländer hinweg funktionieren.


4. Recherchiere die passenden Fördermittelgeber: Identifiziere Stiftungen und Organisationen, deren Mission und Schwerpunkte mit deinem Projekt übereinstimmen. Dies erhöht Ihre Erfolgschancen erheblich.

Falls Sie die öffentlichen Förderprogramme und Finanzhilfen von Bund, Ländern und EU beanspruchen wollen, nutzen Sie die zugehörige Förderdatenbank. Hier kann gezielt nach Themen und Fachgebieten gesucht werden. Anhand der gewählten Suchbegriffe werden passende Förderprojekte innerhalb Ihrer Region angezeigt.

Passende Förderoptionen regional agierender Stiftungen können nach demselben Prinzip in der Förderdatenbank der DSEE (Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt) herausgearbeitet werden. Hier besteht zudem die Option, telefonisch oder per E-Mail eine Unterstützung in der Kontaktanbahnung anzufragen. 


5. Kooperationen aufbauen: Strebe Partnerschaften mit anderen Organisationen oder Sportvereinen an, um die allgemeine Wirkung deines Projekts zu maximieren. Kooperationen werden von potenziellen Fördermittelgebern oft positiv bewertet. Wähle die Kooperationspartner auf Basis des definierten Konzepts und gesellschaftlich verbreiteten Förderprogrammen innerhalb deiner Region, um einen strategischen Fit herzustellen.


6. Nachverfolgung und Reporting: Überprüfe vor Einreichung des Fördermittelantrags sorgfältig die Anforderungen der angefragten Institutionen und reiche alle erforderlichen Unterlagen fristgerecht ein. Halte die Geldgeber über alle zugehörigen Maßnahmen auf dem Laufenden und dokumentiere diese so übersichtlich wie möglich.

Foto: picture alliance / Norbert Schmidt | Norbert SCHMIDT

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