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08. Juni 2023

Lenz und Merkel: Was die neue DFL-Doppelspitze mitbringt

Die DFL hat die Nachfolge der Interims-Geschäftsführer geregelt: Marc Lenz und Steffen Merkel übernehmen die Geschäftsführung von Axel Hellmann und Oliver Leki. Was bringen die beiden mit und was bedeutet das für die Bundesliga?

Marc Lenz und Steffen Merkel werden ab 1. Juli 2023 zu gemeinsamen Geschäftsführern der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH bestellt. Dies hat der sechsköpfige DFL-Aufsichtsrat unter Vorsitz von Hans-Joachim Watzke in einer Sitzung am Mittwoch einstimmig beschlossen. Aus Sicht des Gremiums dürfte damit zunächst einmal eine schnelle und reibungslose Übergabe gewährleistet sein: Beide sind schon seit vielen Jahren für die DFL GmbH tätig, gehören bereits der DFL-Geschäftsleitung an und sind eng in die Arbeit und Themen der Liga-Gremien eingebunden. Im DFL-Aufsichtsrat dürfte auch eine zentrale Rolle gespielt haben, dass es der neuen Geschäftsführung mit Unterstützung des DFL-Präsidiums künftig besser gelingen soll als zuletzt, ein stabiles Fundament für ein konstruktives Miteinander der 36 Clubs zu bilden. Insbesondere in der Diskussion um den gescheiterten Investoren-Einstieg hatten sich zuletzt Gräben aufgetan, die es zeitnah zu schließen gilt. In den DFL-Gremien haben sich Lager gebildet, diverse Clubchefs haben zuletzt die Abspaltung der Bundesliga von den Zweitligisten ins Gespräch gebracht, die Topclubs erwägen das Ende der Zentralvermarktung.

Merkel soll sich um Medienrechte kümmern 

Ab Juli werden die beiden neuen Geschäftsführer auf die Interims-Spitze Axel Hellmann und Oliver Leki folgen, die diese Funktion wie geplant bis zum 30. Juni 2023 ausüben werden. Über die genaue Aufteilung der Ressorts innerhalb der neuen Geschäftsführung will die DFL in der kommenden Zeit offiziell informieren. Klar soll nach SPOBIS-Informationen sein, dass sich Steffen Merkel weiterhin federführend um das – aus monetärer Sicht für die Liga – zentrale Thema der Medienrechte kümmern wird. Der 37-Jährige ist bereits seit 2014 für die DFL tätig und zeichnet seit Sommer 2020 als Geschäftsleitungsmitglied für die Ausschreibung der deutschsprachigen Medienrechte, das nationale und internationale Produktmanagement sowie den Schutz der audiovisuellen Rechte gegen Urheberrechtsverletzung verantwortlich.

In den vergangenen Monaten hat er gemeinsam mit seinem Team unter anderem das Konzept für die Ausschreibung der nationalen Medienrechte ab der Saison 2025/26 ausgearbeitete, auf dem große Umsatz-Hoffnungen der Clubs ruhen (siehe auch: „Spielplan, Pakete, Strategien: Das Ausschreibungs-Konzept der DFL für die Medienrechte im Detail“). Zuvor hat Merkel im Team rund um den langjährigen DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bereits in verschiedenen Funktionen an der Vorbereitung und Durchführung der Medienrechteausschreibungen 2016 und 2020 mitgewirkt sowie diverse Projekte der DFL auf strategisch relevanten Zukunftsfeldern geführt und vorangetrieben. Vor seinem Eintritt in die DFL war er für die Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group tätig. 

Lenz könnte Verbandsthemen übernehmen 

Marc Lenz, genau wie Merkel 37 Jahre alt, soll künftig nach SPOBIS-Informationen unter anderem einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die Themen Spielbetrieb und Verbandswesen legen. Er ist seit 2019 für die DFL tätig und aktuell als Geschäftsleitungsmitglied für die Unternehmensstrategie und Internationale Angelegenheiten zuständig. Neben globalen sportpolitischen Themen hat Lenz in den vergangenen Jahren zahlreiche Strategieprojekte mit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Relevanz für die Bundesliga und 2. Bundesliga geführt.

Seit 2019 vertritt Marc Lenz die DFL unter anderem in den internationalen Mitgliedsverbänden der Fußballligen und im UEFA Club Licensing Committee, einem Beratungsgremium des UEFA-Exekutivkomitees zur Erhöhung der Standards und finanziellen Stabilität im europäischen Fußball. Vor seiner Zeit bei der DFL arbeitete Lenz als Compliance Manager bei der UEFA. Dort gestaltete er mitverantwortlich die Bereiche Club Licensing und Financial Fair Play. Von September 2011 bis 2013 arbeitete er beim Unternehmens- und Strategieberater McKinsey & Company. 

Watzke: „Frische, kreative Denkweise, um aktuelle Heraufforderungen anzugehen“ 

DFL-Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Watzke äußert sich in einer Mitteilung der DFL zur Personalentscheidung: „Dr. Marc Lenz und Dr. Steffen Merkel leisten seit Jahren herausragende Arbeit für die DFL. Beide genießen innerhalb der Organisation und bei den Clubs höchste Anerkennung. Sie sind mit allen Themen und Zukunftsprojekten der DFL-Gruppe vertraut, waren bereits Bestandteil der Führungsebene und sind bestens vernetzt. Ich bin fest davon überzeugt, dass ihre frische, kreative Denkweise – gepaart mit ihrer jahrelangen, externen und hauseigenen Erfahrung und Expertise – eine sehr gute Voraussetzung darstellt, um die aktuellen Herausforderungen erfolgreich anzugehen.“  

Watzke würdigte auch die beiden Interims-Geschäftsführer: „Ich möchte noch einmal betonen, dass ich Axel Hellmann und Oliver Leki sowie ihren Clubs Eintracht Frankfurt und Sport-Club Freiburg außerordentlich dankbar dafür bin, dass sie in einer wegweisenden Phase zur Verfügung standen und herausragend im Sinne des gesamten deutschen Fußballs agiert haben.“ Das Duo hatte im Dezember 2022 die Aufgaben von Donata Hopfen übernommen, die zum Jahresende als Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung ausgeschieden war. Sie hatte erst Anfang 2022 die Nachfolge des langjährigen DFL-Chefs Christian Seifert angetreten, ihr Vertrag lief ursprünglich bis Ende 2024. 

Fotos: DFL / Julia Reisinger

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