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13. März 2023

Mit Taktik auf TikTok: Zehn Tipps für einen erfolgreichen Auftritt

TikTok ist das soziale Netzwerk der Stunde. Sportrechtehalter und Brands tun sich allerdings vielfach noch schwer auf der Plattform. SPOBIS hat mit einem TikTok-Profi gesprochen und zehn Tipps für einen erfolgreichen Auftritt zusammengetragen.

TikTok hat sich mittlerweile zu einem etablierten Kommunikationskanal im Sportbusiness entwickelt. Das zeigt allein der Blick auf die Fußball-Bundesliga: Während vor einem Jahr lediglich 12 Clubs auf der Plattform aktiv waren, sind es heute 17 von 18 Vereinen. Nur der 1. FC Union Berlin aus dem Fußball-Oberhaus besitzt keinen offiziellen Account auf TikTok.

TikTok verringert Reichweiten 

Dabei wird ein Einstieg höchste Zeit, zumindest wenn man den Aussagen von Experten Glauben schenkt. Analog zu anderen Plattformen wie Facebook oder Instagram wird auch TikTok seine Reichweiten künftig drosseln. Auf dem chinesischen Pendant Douyin, dem Schwesterunternehmen von TikTok, sind organische Reichweiten im Heimatmarkt bereits stark rückläufig.

„Viele Entwicklungen und Tendenzen, die wir jetzt schon in China sehen, sind in ein bis zwei Jahren auch auf TikTok der Fall. Es wird dann – insbesondere aufgrund der großen Konkurrenzsituation – schwieriger sein, große organische Reichweite zu erzielen“, sagt Maximilian Sommer, Director Sports, Sponsoring & Athletes bei Lobeco. Seine Einschätzung kommt nicht von ungefähr: Lobeco hat mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem FC Bayern München zwei prominente Mandate für den chinesischen Markt auf Douyin.

Was noch für einen Einstieg spricht und wohl der größte Unterschied zu anderen Social-Media-Plattformen ist: In der Theorie hat jedes TikTok-Video die gleiche Chance, viral zu gehen. Anders formuliert: Eine hohe Reichweite ist nutzlos, wenn der Content schlecht ist. Umso wichtiger wird es für Sportrechtehalter und Brands künftig sein, die Plattform zu verstehen und zielgruppengerechte Inhalte aufzubereiten.  

Zehn Tipps auf TikTok

Einer, der diese Herausforderung täglich meistert, ist Paul Fischer. Mit seinem TikTok-Account „paulomuc“ hat er seit April 2020 eine Community von über 1,9 Millionen Follower aufgebaut. Mit seinen Beiträgen auf TikTok erreicht der 25-Jährige in der Spitze bis zu sieben Millionen Nutzer.

Dem aufmerksamen Sportbusiness-Experten dürfte der gebürtige Münchener bereits aus der Sportübertragung bekannt sein. Als Social-Media-Experte begleitete er die vergangene Fußball-Weltmeisterschaft in Katar bei Magenta TV. Zudem moderiert er gemeinsam mit Steven Gätjen die TikTok-Liveshow „WatchTalkShow“.

Live zu sehen ist Fischer auch wieder Ende Mai, wenn er als Speaker bei der SPOBIS Conference in Düsseldorf zu Gast ist. Hier wird er als Jury-Mitglied in einem Special-Format TikTok-Strategien von ausgewählten Sportbrands bewerten. Bis spätestens dahin sollten Rechtehalter und Brands im Idealfall folgende zehn Tipps im Umgang mit der Plattform beherzigen und in ihrer Strategie berücksichtigen:

1. Einbindung von Mitarbeiter*innen

Um eine starke Community auf TikTok aufzubauen, empfiehlt es sich der Marke ein „Gesicht“ zu geben. Das kann vor allem durch interne Identifikation von social-media-affinen Mitarbeiter*innen gelingen. Mutig sein und eigene Kolleg*innen in Videos einbinden. Generell herrscht auf TikTok ein starker Bezug zur Personalisierung. Das können sich vor allem Sportclubs in ihrer Arbeit mit der Plattform zu Nutze machen, indem sie immer wieder bekannte Profi-Fußballer einbinden.

2. Trends erkennen und adaptieren

Aktuelle Trends auf TikTok (Beispiel im Video unten) zu erkennen, ist gut. Zu erkennen, ob diese auch zum eigenen Club oder Unternehmen passen, umso besser. Nicht jeder Trend führt automatisch zum gewünschten Ergebnis. Regelmäßiges Screenen der Plattform ist daher eine Voraussetzung.

3. Kommentar-Funktion nutzen

Unterhaltsame und relevante Kommentare der Community sind eine sehr gute Möglichkeit, um mit seiner Zielgruppe zu interagieren. Besonders effektiv ist es, Kommentare aufzugreifen und mit eigenem Video-Content darauf zu reagieren.

4. Community-Management forcieren

Einen großen Effekt beim Aufbau einer Online-Präsenz hat besonders auch auf TikTok das Community-Management. So können Likes & Kommentare des Content Creators auf Reaktionen der Follower*innen eine große Wirkung haben. Die Community fühlt sich wertgeschätzt. Diese Vorgehensweise spricht sich herum und zahlt nachhaltig auf das Wachstum der Community ein.

5. Content: Miteinander statt gegeneinander

Das Unerwartete performt auf TikTok zumeist am besten. Der Mut mit konkurrierenden Marken zu kollaborieren, wird häufig belohnt und hat Potenzial viral zu gehen. Sich dabei selbst nicht zu ernst zu nehmen, hilft auf TikTok auf jeden Fall.

6. Frequenz: Weniger ist manchmal mehr

Lieber Zeit und Kreativität in eine Format-Idee investieren und daraus eine Serie entwickeln, mit der sich die Community nachhaltig identifizieren kann.

7. Einbindung von Content Creator

Noch unterschätzt wird der Austausch von Clubs und Brands mit Content Creator, die TikTok und vor allem die Zielgruppe gut kennen. Diese Erfahrungswerte und Expertise können für Unternehmen ein Schlüssel zu einem gelungenen Auftritt sein. 

8. Musik ist Trumpf

Zwei große Treiber für erfolgreiche TikTok-Videos sind die Sound-Auswahl und die Nutzung der richtigen Hashtags. Diese beiden Komponenten sollten nicht unterschätzt werden. Insbesondere die Musik (Trending Sounds) kann einen starken Einfluss auf die Performance der Videos haben (siehe Video unten). 

9. Der erste Eindruck zählt

Die Verweildauer auf TikTok ist im Vergleich zu anderen Plattformen sehr hoch. Umso wichtiger ist der angebotene Content. Insbesondere die ersten Sekunden des Videos sollten den User dazu motivieren, sich das Video bis zum Ende anzuschauen. 

10. 9:16-Content-Wertschöpfung

Eine Zweitverwertung von TikTok-Inhalten ist auch für Instagram Reels und Youtube Shorts möglich. So können produzierte Inhalte im 9:16-Format neben TikTok auch auf anderen Plattformen ausgespielt werden. Wichtig dabei: den Content mit einer Kamera zu erstellen und nicht in den jeweiligen Apps selbst.

Foto: IMAGO / NurPhoto

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