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27. März 2023

Ski-Saison 2022/23: Stabile Vermarktung, gute Quoten und Schnee

Die TV-Quoten und die Vermarktung sind im Wintersport noch immer die wichtigsten Parameter und machen rund die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Doch die Vermarktung wird digitaler, technische Neuerungen und andere Formate verändern den Sport.

Walter Vogel ist Geschäftsführer der Marketing GmbH des Deutschen Skiverbandes (DSV) sowie Teil des DSV-Vorstandes. Er blickt mit gemischten Gefühlen auf nicht einfache Wintersport-Jahre, ist aber im Kern mit der Saison 2022/23 zufrieden. Vor allem die stabile Vermarktung mit den Hauptpartnern Sportfive, Infront und Triceps sowie gute TV-Quoten lassen ihn optimistisch in die Zukunft blicken.

SPOBIS: Herr Vogel, kommendes Wochenende endet die Saison. Was waren in diesem Skisport-Winter die Höhepunkte aus deutscher Sicht?

Vogel: Sportliche Höhepunkte waren zunächst einmal 18 WM-Medaillen in allen Disziplinen. Es war von den Veranstaltungen her ein nicht einfacher, wechselhafter Winter. Wir haben in Deutschland 32 Weltcup-Veranstaltungstage erfolgreich durchgeführt. Plus die Biathlon-Weltmeisterschaft in Oberhof. Insgesamt sind wir sehr zufrieden, mussten nur die Speed-Wettbewerbe in Garmisch-Partenkirchen und einen Skicross-Weltcup absagen.

SPOBIS: Wie waren die TV-Quoten?

Vogel: Wir sind wegen der Überlagerung mit der Fußball-Weltmeisterschaft etwas schwächer in die Saison gestartet. Dann ist das Interesse wieder gestiegen. Insgesamt hatten wir 20 Events mit über 30 Prozent Marktanteil, 125 Events mit über 20 Prozent. Die Staffel der Herren bei der Biathlon-WM erzielte sogar einen Marktanteil von 38,4 Prozent. Allerdings fielen die Reichweiten, also die absoluten Zuschauerzahlen insgesamt etwas geringer aus. Insgesamt sind wir und unsere Partner zufrieden, auch wenn die Auswertung noch nicht final ist. Immerhin schauten bei 75 Events jeweils über drei Millionen Zuschauern zu. Beim Biathlon und bei der Vierschanzentournee waren es bis zu fünf Millionen.

SPOBIS: Wie lief die Vermarktung der deutschen Weltcup-Events?

Vogel: Erfreulicherweise konnten wir mit stabilen Preisen arbeiten, hatten einige Neupartner, die die Reichweite und auffällig gute Präsenz der Skisport-Veranstaltungen genutzt haben. Unsere Vermarkter Sportfive, Triceps und Infront sind jedenfalls sehr zufrieden. Das Verhältnis von TV- zu Sponsoringeinnahmen ist ungefähr 2:1. In der Gesamtbilanz macht das gut 50 Prozent des gesamten DSV-Umsatzes aus. Das betrifft nur die Events. Die Vermarktung der Nationalmannschaften ist da nicht mit eingerechnet. Durch die gute Präsenz insbesondere bei den Weltcup-Veranstaltungen haben wir ein Pfund im Wintersport, mit dem wir wuchern können.

SPOBIS: Sind die digitalen Angebote in der Saison 2022/23 weitergewachsen?

Vogel: Die digitalen Rechte der Veranstaltungen liegen bei unseren Fernsehpartnern. Die Erlöse sind leicht gestiegen, aber insgesamt schwer zu beziffern, weil die digitale Aktivierung in die Sponsorenverträge integriert ist. Digitale Erlösmodelle haben dort ein immer größeres Volumen, liegen bei acht bis zehn Prozent des Gesamtvolumens. Das sind aber keine großen Zusatzerlöse sondern eher eine Umschichtung von der Logopräsenz hin zur digitalen Aktivierung.

SPOBIS: Welche weiteren Neuerungen sind in der Vermarktung geplant?

Vogel: Auch im Skisport kommen immer mehr LED-Banden zum Einsatz. Das ist eine Entwicklung, der wir Rechnung tragen wollen und müssen. Das Thema virtuelle Werbung beschäftigt uns natürlich ebenfalls., auch wenn das im Outdoor-Sport deutlich schwieriger umzusetzen ist als in Stadien.

SPOBIS: Herr Vogel, vielen Dank für das Gespräch.

Foto: DSV

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