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08. Apr. 2024

UEFA Champions League: Die wichtigsten Business Facts zum Viertelfinale

Bereits im Viertelfinale der „Königsklasse“ hat sich eine Gewinner-Branche im Sponsoring herauskristallisiert. Welche das ist und welche Clubs die höchsten UEFA-Prämien beziehen, zeigt eine SPOBIS-Auswertung.

Das Viertelfinale der UEFA Champions League war schon lange nicht mehr so hochkarätig besetzt, wie in dieser Spielzeit. Einen vermeintlichen Underdog sucht man unter den verbliebenen acht Teams vergeblich. Partien wie Real Madrid gegen Manchester City oder FC Arsenal gegen den FC Bayern München sind Highlights – nicht nur für Fans, sondern auch für Medienpartner und Sponsoren.  

Das letztjährige Finale der UEFA Champions League 2022/23 zwischen Manchester City und Inter Mailand haben beispielsweise weltweit rund 150 Millionen Zuschauer live mitverfolgt. Beim Endspiel 2018 zwischen Real Madrid und Atlético Madrid, dem bisher reichweitenstärksten Champions-League-Finale, fieberten kumuliert 184 Millionen Menschen vor den Bildschirmen mit. Diese Zahlen unterstreichen den großen Werbewert der „Königsklasse“ für die Trikotpartner der qualifizierten Clubs – insbesondere in der K.o.-Phase.

Vier (Trikot-)Sponsoring-Neueinsteiger 

Etihad Airways kann als Trikotsponsor des amtierenden Champions-League-Siegers Manchester City auf eine erneute Finalteilnahme in dieser Saison hoffen. Das gilt nicht mehr für den langjährigen Ärmelsponsor Nexen Tire. Der Reifenhersteller hat sein Ärmelsponsoring bei den „Citiziens“ beendet. Von den hohen Champions-League-Reichweiten profitiert seit Beginn dieser Saison die Kryptoplattform OKX.  

Das Unternehmen mit Hauptsitz auf den Seychellen ist aber nicht der einzige Sponsoring-Neueinsteiger in der aktuellen Spielzeit: Insgesamt haben drei weitere Clubs aus den Top Acht entweder ihren Ärmel oder die Trikotbrust neu vermarktet: Atlético Madrid läuft seit Sommer 2023 mit Riyadh Air als Hauptsponsor auf. Die Fluggesellschaft folgte auf die digitale Investmentfirma Whalefin. Beim spanischen Ligarivalen FC Barcelona ziert Philips neu den linken Ärmel der Spielertrikots.  

Mit neuem Hauptsponsor ins Viertelfinale gestürmt: Kann Atlético Madrid seinen „Höhenflug“ mit Riyadh Air gegen Borussia Dortmund fortsetzen? (Foto: IMAGO / ZUMA Wire)

Mit neuem Hauptsponsor ins Viertelfinale gestürmt: Kann Atlético Madrid seinen „Höhenflug“ mit Riyadh Air gegen Borussia Dortmund fortsetzen? (Foto: IMAGO / ZUMA Wire)

Und auch der dritte spanische Viertelfinalist Real Madrid präsentiert einen neuen Sponsor in der Runde der letzten Acht. Die „Königlichen“ konnten das Technologieunternehmen HP zu Beginn der Saison als neuen Ärmelsponsor gewinnen. Der US-amerikanische Milliardenkonzern wirbt damit als erste Brand in der Clubgeschichte auf dem Trikotärmel des 14-maligen Champion-League-Siegers.  

Airlines dominieren in der Champions League 

Mit Blick auf die Sponsoren sticht im diesjährigen Viertelfinale der UEFA Champions League eine Branche besonders hervor. Denn insgesamt vier Airlines werben als Hauptsponsor der acht verbliebenen Teams. Die in Dubai ansässige Fluggesellschaft Emirates ist mit seinen Trikotsponsorings beim FC Arsenal und Real Madrid sogar noch zweifach in der „Königsklasse“ vertreten.  

Airlines überflügeln den Rest: Emirates und Co. kommen auf insgesamt fünf Trikot- und Ärmelsponsorings im Champions-League-Viertelfinale. (Foto: picture alliance / U. Hufnagel | Ulrich Hufnagel)

Airlines überflügeln den Rest: Emirates und Co. kommen auf insgesamt fünf Trikot- und Ärmelsponsorings im Champions-League-Viertelfinale. (Foto: picture alliance / U. Hufnagel | Ulrich Hufnagel)

Neben der bereits erwähnten saudi-arabischen Fluglinie Riyadh Air, ist auch Qatar Airways mit einem Partnerclub im Viertelfinale der UEFA Champions League vertreten. Der ehemalige Ärmelsponsor des FC Bayern München ist bereits seit der Spielzeit 2022/23 mit seinem Unternehmenslogo auf der Trikotbrust von Paris Saint-Germain zu sehen. Damit kommt die Flugbranche auf kumuliert fünf Sponsoring-Engagements in der Runde der letzten Acht.  

Nur noch drei Ausrüster im Wettbewerb 

Bei den Ausrüstern gibt es im Vergleich zu den Trikot- und Ärmelsponsoren im Viertelfinale der UEFA Champions League keinen Sieger. So rüsten sowohl Adidas als auch Nike jeweils drei Viertelfinalisten mit Trikots und Trainingsbekleidung aus. Die übrigen zwei Mandate hält der Herzogenauracher Sportartikelhersteller Puma, der seinen Partnern Borussia Dortmund und Manchester City kumuliert rund 105 Millionen Euro pro Saison zahlt.  

Die Ausgaben bei Konkurrent Adidas sind deutlich höher: Das ebenfalls in Herzogenaurach beheimatete Unternehmen zahlt seinen Partnern FC Arsenal, FC Bayern München und Real Madrid knapp 270 Millionen Euro pro Jahr. Rivale Nike lässt sich seine Sponsoring-Engagements bei Atlético Madrid, dem FC Barcelona und Paris Saint-Germain kumuliert immerhin rund 230 Millionen Euro pro Saison kosten.  

Dreikampf: Adidas (3), Nike (3) und Puma (2) teilen sich die Viertelfinalisten in der „Königsklasse“ auf. (Foto: picture alliance / abaca | Blondet Eliot/ABACA)

Dreikampf: Adidas (3), Nike (3) und Puma (2) teilen sich die Viertelfinalisten in der „Königsklasse“ auf. (Foto: picture alliance / abaca | Blondet Eliot/ABACA)

Fast alle großen Sponsoringpakete der Top-Clubs langfristig vergeben  

Während die Mehrheit der diesjährigen Champions-League-Viertelfinalisten ihre werthaltigsten Sponsoringpakete langfristig vergeben hat, könnte es vor allem bei einer Paarung zu Veränderungen im Sommer kommen. Sowohl Borussia Dortmund als auch Viertelfinal-Gegner Atlético Madrid haben noch keinen Ärmelpartner für die kommende Spielzeit kommuniziert. 

Im Sommer 2025 werden darüber hinaus – Stand heute – noch mehr große Sponsoringrechte im europäischen Profifußball frei. Dann laufen unter anderem die Ärmelsponsorings von Visit Rwanda (FC Arsenal), GOAT (Paris Saint-Germain) sowie die Trikotsponsorings von 1&1 sowie Evonik (Borussia Dortmund) und Qatar Airways (Paris Saint-Germain) aus.

Real Madrid bisheriger Top-Verdiener 

Die UEFA Champions League ist für die teilnehmenden Clubs aber nicht nur wegen der darüber generierten Sponsoringeinnahmen Gold wert. Ein noch größerer Faktor sind die Prämien, die der europäische Fußballverband im wichtigsten Clubwettbewerb ausschüttet.  

Champions League 2023/24: Die bisherigen Einnahmen* der Viertelfinalisten

in Mio. Euro

1) Real Madrid, 89,02 

2) FC Bayern München, 86,02 

3) Manchester City, 85,61 

4) FC Barcelona, 81,15 

5) Atlético Madrid, 80,74 

6) Paris Saint-Germain, 74 

7) Borussia Dortmund, 73,39 

8) FC Arsenal, 72,98 

*inklusive der Ausschüttung über die Zehnjahres-Clubkoeffizienten-Rangliste, exklusive der Einnahmen aus dem Marktpool 

Real Madrid etwa kommt in der laufenden Saison 2023/24 auf Einnahmen in Höhe von knapp 90 Millionen Euro. Diese setzen sich zusammen aus der Startprämie (15,64 Millionen Euro), den leistungsabhängigen Prämien sowie der Auszahlung über die Zehnjahres-Clubkoeffizienten-Rangliste. Damit liegen die „Königlichen“ nur knapp vor dem FC Bayern München. 

Dem deutschen Rekordmeister sind in der UEFA Champions League 2023/24 bereits Einnahmen in Höhe von rund 86 Millionen Euro sicher. Dabei sind die Spieltagserlöse noch nicht einmal mit eingerechnet. Ebenfalls über einen Geldregen von mehr als 80 Millionen Euro freuen sich schon jetzt Manchester City, der FC Barcelona sowie Atlético Madrid. Paris Saint-Germain, Borussia Dortmund und der FC Arsenal folgen mit jeweils knapp 75 Millionen Euro dicht dahinter. 

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In zwei Monaten ist die Bundesliga-Saison 2023/24 bereits Geschichte. In der Vermarktung rückt damit langsam, aber sicher die kommende Spielzeit in den Fokus. Eine SPOBIS-Analyse aktuell noch zu vergebender Sponsorings im Fußball-Oberhaus.

Champions League ab 2024/25 in neuem Sponsoring-Gewand? 

Die laufende Champions-League-Spielzeit ist bekanntlich die letzte in ihrem jetzigen Modus. Die größte Änderung: Die derzeitige Vorrunde mit 32 Teilnehmern in acht Vierergruppen fällt weg. Ab der Saison 2024/25 wird es stattdessen eine Ligaphase geben, in der alle 36 teilnehmenden Clubs vertreten sind.  

Im neuen Format werden die für die Champions League qualifizierten Clubs in der Ligaphase acht Spiele absolvieren. Das heißt, sie werden nicht wie bisher zweimal auf jeden der drei Gruppengegner treffen, sondern Partien gegen acht unterschiedliche Kontrahenten austragen – je vier zuhause und auswärts. Um die verschiedenen Gegner in der neuen Ligaphase zu ermitteln, werden die Teams zunächst in vier verschiedene Lostöpfe eingeteilt. Jedes Team trifft anschließend auf zwei Mannschaften aus jedem Topf.

Neuer Modus, neue Sponsoren?: In der kommenden Champions-League könnten einige neue Unternehmen die Werbebanden in der „Königsklasse“ zieren. (Foto: picture alliance / NurPhoto | Tiziano Ballabio)

Neuer Modus, neue Sponsoren?: In der kommenden Champions-League könnten einige neue Unternehmen die Werbebanden in der „Königsklasse“ zieren. (Foto: picture alliance / NurPhoto | Tiziano Ballabio)

Der neue Champions-League-Modus bedeutet nicht nur größere Erlöspotenziale für die teilnehmenden Teams, sondern auch mehr Werbepräsenz für die offiziellen Partner des wichtigsten Clubwettbewerbs im europäischen Fußball. Insgesamt engagieren sich in der laufenden Saison acht Unternehmen als weltweite Sponsoren der UEFA Champions League. Das sind Heineken, Playstation, Lay’s, Fedex, Mastercard, Just Eat Takeaway.com, Turkish Airlines sowie das chinesische Technologieunternehmen OPPO.  

Das Sponsoring-Portfolio der UEFA Champions League könnte sich ab der Saison 2024/25 ähnlich stark ändern wie der Modus. Denn in Summe haben vier der acht großen Sponsoringverträge nur noch eine Gültigkeit für die aktuelle Spielzeit. Ob Playstation, Fedex, Mastercard und OPPO auch Teil der neuen „Königsklasse“ werden, ist Stand heute offen. Die Sponsorings von Heineken, Lay’s und Just Eat Takeaway.com sind hingegen alle bis zum Ende der Saison 2026/27 datiert. Über die Laufzeit des Engagements von Turkish Airlines machte die UEFA bei Verkündung der Partnerschaft im September 2022 keine Angabe.  

Foto: picture alliance / pressefoto Mika Volkmann | Mika Volkmann

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